güsen – genthin: zwischen elbe, kanal + asphalt
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übersicht

notes to myself:
- sommer 2024 – 1/2 (jahr) leben
- hänge noch bei den letzten bildern aus bayern 3 tage vorher: die 12 verschiedenen bildschirmfotos von uhrzeiten mit schönen zahlen, die sicherheit vermitteln sollen in 1 sich auflösenden umwelt.1 der ausflug ins umland wie 1 daheimtourist mit dem gefühl, ich gehör nicht mehr hierher. das elternhaus angewachsen seit über 400 jahren, bröckelt nur langsam, das setzt sich fest. was, wenn die schwester, wie ich ihr riet, als sies übernahm, wirklich hergibt?
wenn die wurzeln herausgerissen? wenns 1 zuhause weniger gibt? was es heißt: auf sich allein gestellt sein in 1 fremden welt. die familienfeier + das klassentreffen schon beschrieben. jetzt kanns auch weitergehen hier. im letzten zug nach berlin allein im sparpreisabteil. wie man sich in 1 verlorenheit geborgen fühlen kann. - auf der endlosen suche nach zugehörigkeit 3 tage später kauf ich mir schwedische kex. was solls. bin ich halt das sucheaufewigdeinenplatzauferdenklischee. so what.
- im august ist das jahr bald rum. ich buche mir das weihnachtshotel in schweden, nicht stornierbar. sonst wirds nix, weil das schlechte gewissen mich eigentlich heimtreiben müsste, da komm ich aber gerade her.
- warme gefühle um 3:21 uhr im vollen zug nach den abwrackgestalten der ubahn bei der beobachtung 1 frage 1 fremden jungen an 1 fremden jungen zur bahnauskunft, die fürsorglich auf englisch beantwortet wird. bestimmt australier …
- um 3:24 uhr bin ich bereits 1 stunde unterwegs. noch 1 stunde. was mach ich da/hier?
- das seit jahren wachsende verständnis für frauen mit handcreme angesichts der trockener+faltiger werdenden (schleim)häute. die herausforderung über wechseljahre zu sprechen, wenn menstruation nie thematisiert wurde: wo kommt das plötzlich her?
- verständnis is nix was man hat oder nicht, sondern erwirbt. manchmal langsam stückfürstück immer mehr
- die freundliche schaffnerin: „bitte nicht mit den schuhen auf die sitze, soll sich ja noch jemand hinsetzen können“. das zermarterte gesicht: wo sie die ressourcen hernimmt? (oder ist das nur mein thema?)
- kein buff dabei. dafür die neuen einlagen.
- was ist das mit dieser beziehung des menschen zum storch? was ist das für 1 hochaufragender stolz im dorf?
- auch 200 € schuhe kriegen den fuß nicht heile. es wird kein material richten. (oder vielleicht doch: carbon?)
- bin jetzt experte im platz besetzen, kann alles, auch mit füße hoch (ohne schuhe, junge!) + taschen auf sitzen + die erinnerung an die frau in würzburg in der tram, zu der ich validierend sage, weil die frau mit ihrer minihandtasche den platz blockiert: „jeder sitz für 1 person“ (was ist das für 1 satz?)2 wenn der schweiß in deiner tasche aus den klamotten so penetrant stinkt, dass die person noch den anderen platz freiräumt, um sich wegzusetzen. oder bild ichs mir ein? (das kann ich gut. das hirn ist 1 gedankenmaschine, sagt der neue psychologieprofessor, auf dessen modulfreischaltung ich seit klausurende täglich warte, ohne die vorlesungsfreie zeit genießen zu können: weil wenn ich nicht vorarbeite, schaff ichs vielleicht nicht nebenei alles.) (und was dann?)
something to read/learn/know + forget afterwards

Info- und Rastpunkt Säurepumpwerk der ehem. Dynamit Nobel AG Köln, Werk Penningsdorf
Auf diesem im Jahre 1209 erstmals urkundlich erwähnten Grund, errichtete im Jahre 1759 die Familie von Plotho das „Vorwerk Penningsdorf“,… 1893 ließ sich W.v. Plotho hier ein Jagdschloß im Barockstil erbauen. Allerdings konnte die Familie v. Plotho später das Vorwerk nicht mehr halten und verkaufte es 1909 an den Grafen Hugo von Kastell zu Rüdenshausen, der es allerdings bereits 1911 an Heinrich von Ostrau für 500.000 Mark weiter verkaufte.
Der Erste Weltkrieg brachte in der Region eine Fülle von neuen Betrieben hervor. Unter anderem wurde die Region zu einem Zentrum der Chemieindustrie (Waschmittelwerk Henkel in Genthin) und der Lebensmittelindus trie (Knäckefabrik Burg). Die bis zum Ersten Weltkrieg in der Region beheimateten Gewerbe wie das Mühlen- und Ziegeleigewerbe verschwanden fast völlig.
Die Region wurde mit Beginn des Ersten Weltkriegs auch zu einem Zentrum der Sprengstoff-Herstellung. Im Jahre 1916 verkaufte Heinrich von Ostrau das Vorwerk penningsdorf an die Deutsche Sprengstoff AG, womit das Ende der zivilen Nutzung von Penningsdorf für die kommenden 75 Jahre besiegelt war, denn schon 1917 ging die Fabrik für Schießwolle mit angegliederter Füllstelle in Produktion.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beschränkte man sich auf die Produktion von Nitrozellulose für Kinofilme. Kunstseide und Fotochemie. […] Bereits 1933 wurde auf dem Gelände der Sprengstoff-Fabrik ein geheimes Labor für Spezialwaffen eingerichtet.
1934 wurde auf dem Gelände der Bau eines großen Zweigwerks der Dynamit AG Köln begonnen […]. Bei diesem Umbau wurde auch das ursprünglich errichtete Schloss abgerissen. Enstanden war eine Munitionsfabrik modernster Art. Sie erhielt den Tarnnamen „Wiese“.
Die Gebäude bestanden aus Stahlbeton und auf den Gebäuden wurde teilweise eine meterdicke Erdschicht aufgeschüttet, die anschließend mit Bäumen befplanzt wurde. Gegen Ende des Krieges hatte das Werk 2900 Mitarbeiter.
Die Produktionskapazitäten waren zu diesem Zeipunkt auf 1300 Monatstonnen TNT, 1400 Monatstonnen Nitrozellulose sowie die Verfüllung von 3820 Tonnen Kampf- und Nebelstoffe pro Monat erweitert worden.
[…] Die säurehalten Abwasser wurden durch ein Absatzbecken geleitet, mit Kanalwasser verdünnt und in der Elbe verklappt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk komplett demontiert, der nördlich vom ursprünglichen Werk gelegene Teil von der sowjetischen Armee als Tanklager und Lager für Schmierstoffe benutzt.
Von der Geschichte des Ortes zeugen heute nur noch der Feuerlöschteich un die zahlreich vorhandenen Orts- und Personennamen, die in die Rinde dort stehender Bäume oder den Beton der Fahrstraßen eingekratzt wurden. Die Unterstände sind verschüttet, die Gebäude restlos verschwunden.
Quelle: Gestaltung des Info- und Rastplatzes auf Initiative des Heimat- und Förderveriens Thieburg e.V.
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zitat des tages
„die leute sind alle cool, nicht so wie in anderen studiengängen, meine freundin macht psychologie an der fu, sie sagt da sind zwei leute normal, der rest ist“
mädchen im zug zu seiner freundin
take your time
bytheway
- der freundin sag ich vor 1 tag am telefon, dass sprache unser denken/handeln prägt + die herausforderung des eigenen narrativs: wie wir uns die geschichte erzählen der retraumatisierung: die balance zu finden, der unerträglichkeit ausdruck zu verleihen + gleichzeitig sich davor zu schützen, mittels dramatischen worten uns die geschichte ins fleisch zu schneiden: zerstörung, kaputt, auflösen. und ich wie ich beim schreiben jetzt selbst wieder dran bin an dieser extrememotionalen beschreibung des wahrhaften gefühls: wie kann ich es vermitteln, ohne dass ich ihm mit gelinderem ausdruck seinen wert abspreche? und gleichzeitig die frage: muss es diesen noch haben + schreiBe ich ihn dem erlebnis hinein, wars gar nicht so? aber die zahlreichen zahlen, die vielen zugenommenen kilos, das hohe stresslevel, die zu niedrige herzfrequenz, der dauerermüdungszustand: der körper sagt aber doch ja! so war es! so ist es! und was jetzt? ↩︎
- der mann, der die kinder anmacht, weil sie bonbonpaiere auf den boden werfen + wie ich die kippe trotzig wegschnippe, worauf er zu mir kommt, wie gedacht. die ewig alten 3 geschichten aus der erinnerungskiste, mit denen man leben muss: wie sie langsam wegrücken vom aktuellen ich, bis man sich irgendwann wundert: war das ich? und wenn ja: warum? ↩︎